„Reine Kopfsache“: Rote Teufel kassieren erste Saisonniederlage gegen Kassel
Mit 3:7 (1:2, 1:4, 1:1) unterlagen die Roten Teufel am späten Donnerstagabend im Spitzenspiel der Hessenliga den EJ Kassel 89ers. Damit kassierten die Kurstädter im fünften Spiel ihre erste Saisonniederlage. „Das war heute eine reine Kopfsache“, resümierte RT-Coach Martin Flemming nach dem Schlusspfiff. „Wir waren gegen den kleinen Kader der Kasseler nicht von Beginn an fokussiert und haben uns dann durch die zahlreichen Strafen aus dem Tritt bringen lassen. Vielleicht war das eine Lehrstunde zur richtigen Zeit.“
Kasseler Effizienz trifft auf Nauheimer Unkonzentriertheit
Dabei waren die Vorzeichen eigentlich klar: Die Gäste aus Nordhessen reisten mit einem Rumpfkader von nur zwölf Feldspielern an. Doch wer dachte, die Roten Teufel würden das Spiel leicht kontrollieren, sah sich getäuscht. Bereits mit dem ersten Konter brachte Dennis Grün die 89ers in Führung (2.). Zwar erarbeiteten sich die Hausherren im Anschluss zwei Powerplay-Möglichkeiten, doch gefährlicher blieb Kassel: Bei einem Unterzahl-Break von Jorch musste RT-Keeper Alexander Goldbrunner in höchster Not klären, um einen höheren Rückstand zu verhindern (6.). In einer zunehmend giftigen Partie, geprägt von Zweikämpfen am Rande des Regelwerks, fanden die Gäste schneller zu ihrem Rhythmus. Während Bad Nauheim durch die ständigen Unterbrechungen völlig den Matchplan verlor, erhöhte Jorch auf 0:2 (17.). Immerhin: Kapitän Florian Flemming gelang kurz vor der Drittelpause der Anschlusstreffer zum 1:2. Ein Ergebnis, mit dem man angesichts des doch eher schwächeren Auftritts noch gut bedient war.
Eskalation und Strafbank-Festival
Das zweite Drittel begann mit einem Nackenschlag für die Hausherren: Keine zwei Minuten waren gespielt, als Lasse Bödefeld auf 1:3 stellte. Ab der 23. Minute rückte der Sport dann endgültig in den Hintergrund. Nach einem Faustkampf zwischen Jan Lindemann und Kevin Jorch sprachen die Unparteiischen gegen beide Akteure sowie gegen Bad Nauheims Martin Krau jeweils Spieldauer-Disziplinarstrafen aus, so dass für alle drei das Match vorzeitig beendet war. Es war der traurige Höhepunkt einer Partie, in der Schiedsrichter Novy insgesamt 144 Strafminuten verhängen musste – ein Spielfluss im Format 5-gegen-5 kam kaum noch zustande.
Kassel nutzte die Räume und die sich nun bietenden Randbedingungen gnadenlos aus. Kolja Ast (27.) erhöhte in Überzahl auf 1:4. Zwar traf erneut Florian Flemming für die RT – diesmal kurioserweise in Unterzahl –, doch die 89ers antworteten prompt: In doppelter Überzahl durch Bödefeld (33.) und im einfachen Powerplay durch Pilger (37.) schraubten die Gäste das Ergebnis bis zur zweiten Pause auf 2:6 hoch.
Fokus auf das Derby gegen die Eintracht
Im Schlussabschnitt war die Messe gelesen. Das 2:7 durch Vit (53.) begrub die letzten Bad Nauheimer Hoffnungen. Den Schlusspunkt zum 3:7-Endstand setzte Ex-Profi Daniel Ketter in der 57. Minute – in Überzahl. Trotz der Niederlage bleiben die Roten Teufel aufgrund des besseren Torverhältnisses und zwei weniger absolvierten Partien vor den nun punktgleichen Kasselern an der Tabellenspitze. Zeit zur Aufarbeitung bleibt genug: Das nächste Spiel bestreiten die Roten Teufel erst am Donnerstag, den 29. Januar 2026. Um 20:45 Uhr empfangen die Kurstädter dann die Eintracht aus Frankfurt zum prestigeträchtigen Nachholspiel.
Rote Teufel Bad Nauheim - EJ Kassel 89ers 3:7 (1:2, 1:4, 1:1)
Tore:
0:1 (02:33) Grün (Jeske, Jorch)
0:2 (16:39) Jorch (Pilger, Damm)
1:2 (18:57) Flemming, F. (Rost, Marcel)
1:3 (21:24) Bödefeld (Damm, Löwing)
1:4 (26:01) Ast (Ernst, Bödefeld) PP1
1:5 (32:30) Bödefeld (Vit, Grün) PP2
2:5 (34:49) Flemming, F. (Rost, Marcel) SH1
2:6 (36:18) Pilger (Bödefeld, Vit) PP1
2:7 (52:39) Vit (Grün)
3:7 (56:23) Ketter (Flemming, F., Stark) PP1
Strafminuten: RTBN 34 + SD (Lindemann, Krau) / EJK 30 + SD (Jorch, Damm)