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News-Ticker

 

Spaß am Spiel als Basis für eine starke Teamleistung

Spaß am Spiel als Basis für eine starke Teamleistung (Bild vergrößern)

Mit Adam Mitchell hat der Rote Teufel Nachwuchs einen neuen Headcoach, der für Leidenschaft auf dem Eis steht. Der 42-jährige Kanadier bringt Erfahrung aus DEL, NCAA und DEL2 mit und kennt den Standort bestens. Nach seiner Profi-Karriere arbeitete er als Trainer beim EC Bad Nauheim und unterstützte schon damals gerne den Nachwuchs. Jetzt übernimmt Mitchell hauptamtlich die Verantwortung und bringt beim Training auf dem Eis eine Energie mit, die sofort ansteckt. Über seine Motivation, Philosophie und Ziele spricht er im großen EC News-Interview.
 

1. Adam, Du hast in deiner Karriere viele Stationen als Spieler und Trainer erlebt – was bedeutet es für dich persönlich, jetzt dauerhaft im Nachwuchs einzusteigen?
Ich freue mich riesig, jetzt dauerhaft im Nachwuchs zu arbeiten. Mit den Kids aufs Eis zu gehen ist für mich einfach Eishockey pur. Da geht’s nicht um Verträge oder Gehälter, sondern nur um die Freude am Spiel. Die Kinder sind da, weil sie Eishockey geil finden, so wie ich. Dass ich das jetzt hauptamtlich machen darf, ist für mich etwas ganz Besonderes. Klar, es ist eine Menge Arbeit, aber es macht einfach riesen Spaß.


2. Deine Tochter spielt selbst im Nachwuchs. Macht das die Aufgabe für dich emotional noch besonderer?
Natürlich! Schon als sie in der Laufschule angefangen hat, bin ich so oft wie möglich mit aufs Eis. Jetzt darf ich sie regelmäßig trainieren. Das ist etwas ganz Besonderes, für mich und auch für Emma.


3. Du warst zuletzt Headcoach der Profis und bist nun Head of Development sowie U9- und U15-Trainer im Nachwuchs. Wie groß ist der Unterschied in der Herangehensweise?
Der Unterschied ist schon riesig. Im Profibereich geht es in erster Linie darum, Spiele zu gewinnen. Im Nachwuchs ist das A&O die Entwicklung der Spieler, Ergebnisse sind zweitrangig. Genau das macht den Reiz aus: Ich kann mich viel stärker auf die Kids konzentrieren und auf das, was sie als Menschen und Spieler brauchen. Das verändert natürlich die Trainingsgestaltung und den Umgang mit den Kids. Für mich ist das eine tolle Chance, den Fokus noch stärker auf die Persönlichkeiten und ihre Entwicklung zu legen.


4. Was hast du aus deiner Zeit im Profibereich mitgenommen, das du nun einbringen möchtest?
Vor allem im technischen Bereich kann ich viel einfließen lassen. Gleichzeitig merke ich, dass Nachwuchsarbeit ihre eigenen Herausforderungen hat, etwa beim Trainingsaufbau. Da sammele ich selbst noch Erfahrungen. Vom Profibereich nehme ich zudem Strukturen und Tools mit, wie sie auch der DEB anbietet, die helfen, Trainingseinheiten gezielt vorzubereiten.


5. Der Verein möchte eine neue Philosophie entwickeln. Wie sieht diese aus und wie wollt ihr sie umsetzen?
Meine Philosophie ist, dass Eishockey vor allem Spaß machen sollte. Wir wollen jeden Tag Spaß auf dem Eis haben und uns darauf konzentrieren, dass jeder, der bei uns trainiert auch spielt. Das habe ich oft schon gesagt, und werde es auch noch öfters sagen: die Ergebnisse von Spielen und Turnieren sind mir eher unwichtig. Die Weiterentwicklung unserer Spieler ist das A&O für mich. Ich will, dass unsere Spieler gerne in die Eishalle kommen und nach dem Training die Halle mit einem lachenden Gesicht verlassen.


6. Was ist für dich das Wichtigste in der Ausbildung junger Spielerinnen und Spieler?
Es braucht eine gute Mischung: Technik, Taktik, Teamgeist und Spielverständnis. Das muss einfach stimmen. Du kannst der beste Technikspieler sein, aber ohne Spielverständnis bringt das auch wenig im Spiel. Oder du kannst unglaublich gut mit der Taktik sein, aber wenn du nicht wirklich gut in der Mannschaft bist, bringt das auch sehr wenig. Gerade bei den Jüngeren stehen Technik und Spielverständnis im Vordergrund, Taktik rückt später stärker ins Zentrum. Über allem steht aber der Teamgeist. Wenn der fehlt, macht es keinen Spaß und man verliert die Spieler.
 

7. Du hast betont, dass harte Arbeit, Respekt und Spaß Grundpfeiler sein sollen. Wie bringst du das konkret aufs Eis und in die Kabine?
Interessanterweise musste ich das Thema harte Arbeit bisher kaum ansprechen. Die Kids bringen das von selbst mit. Entscheidend ist, dass wir ihnen Respekt vermitteln – vor Mitspielern, Trainern, Betreuern und auch Gegnern. Dazu kommt der Spaß. Wenn jeder Freude am Spiel hat, entsteht automatisch Entwicklung und genau das ist unser Ziel.
 

8. Was macht den Standort Bad Nauheim im Nachwuchsbereich besonders?
Bad Nauheim ist eine eishockeybegeisterte Stadt. Es gibt wenige Städte in Deutschland, die so klein wie Bad Nauheim sind, die sich eine Profimannschaft und einen Nachwuchsverein leisten können. Die Spieler und Spielerinnen, die in Bad Nauheim trainieren, spielen mit einer riesigen Leidenschaft und ich glaube das macht uns aus.
 

9. Wie willst du sicherstellen, dass Spielerinnen und Spieler langfristig in Bad Nauheim bleiben und nicht zu größeren Clubs wechseln?

Ganz verhindern lässt sich ein Wechsel nicht und ich sehe das auch nicht negativ. Im Gegenteil: Wenn Spieler so gut ausgebildet werden, dass Top-Clubs sie verpflichten wollen, ist das ein Kompliment für unsere Arbeit. Die Rahmenbedingungen, die wir in Bad Nauheim haben, führen leider auch schon dazu, dass einige Top-Spieler abwandern werden, wenn sie sich weiter entwickeln wollen. Aber auch dann wollen wir die Basis dafür schaffen, dass wir so viele Nachwuchsspieler gut ausbilden, dass wir mit Bad Nauheimer Spielern eine gute Mannschaftsstärke in unseren U17 und U20 Nachwuchs-Teams erreichen. Wichtig ist, dass wir alle Spieler fördern, nicht nur die Besten. So bleibt die Breite stark und wir können auch in höheren Jahrgängen konkurrenzfähig sein. Alle Spieler sollen Spaß am Eishockey haben und einen Anreiz haben, weiter zu spielen und nicht aufhören, weil sie am Ende der Saison zu wenig Spieleinsätze bekommen haben.

 

10. Welche Bedeutung hat die Zusammenarbeit zwischen Nachwuchsverein und EC Bad Nauheim?
Die Zusammenarbeit zwischen dem EC und dem Nachwuchs in Bad Nauheim will ich auf jeden Fall versuchen in den nächsten Jahren zu vertiefen. Wenn Profis wie Marc El-Sayed, Julian Lautenschlager, Garret Pruden oder Goalie Jerry Kuhn im Nachwuchstraining auftauchen, ist das für die Kids eine riesige Motivation. Es zeigt ihnen, dass der Traum vom Profi in Bad Nauheim Realität werden kann. Das finde ich eine ziemlich coole Sache.
 

11. Wo siehst du den Nachwuchsverein in drei bis fünf Jahren?
Ich wünsche mir, dass wir dann einen großen, starken Nachwuchsbereich haben – von der Laufschule bis zur U20 – und dass wir alle am Eishockey Spaß haben. 
 

12. Was wünschst du dir von Eltern, Fans und Ehrenamtlichen für die kommende Saison?
Engagierte Eltern, Fans, Sponsoren und Ehrenamtliche, die uns dabei unterstützen, den Eishockey-Nachwuchs weiter zu fördern und auszubauen.
 

13. Wenn du einen Wunsch frei hättest – was sollte der Nachwuchsverein unbedingt erreichen?
Das ist einfach! Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann hätte ich gerne eine zweite Eisfläche.

 

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Adam Mitchell (DO, 16. Oktober 2025)