In einer intensiven Begegnung vor heimischer Kulisse besiegten die Roten Teufel Bad Nauheim am Donnerstagabend die Löwen Frankfurt mit 6:2 (2:1, 3:0, 1:1). Dank einer starken geschlossenen Mannschaftsleistung steht der RTBN damit nun wieder an der Spitze der Hessenliga-Tabelle.
Blitzstart und Frankfurter Gegenwehr
Die Marschroute für das Nachholspiel-Derby am ungewohnten Donnerstagabend war klar: drei Punkte und die Rückkehr auf Platz eins. Das Spiel begann nach Maß, als Torben Reuner bereits in der 4. Minute zur frühen 1:0-Führung einnetzte. Doch die Freude währte nur kurz: Die Löwen aus Frankfurt zeigten sich unbeeindruckt und glichen fast postwendend nach einem Fehler in der RT-Defensive durch Jonas Muthig aus. Die Roten Teufel ließen sich jedoch nicht beirren. Miles Steinschneider stellte noch im ersten Drittel die Weichen wieder auf Sieg und erzielte das 2:1 (8.). In der Folgezeit drückten die Hausherren enorm, ließen jedoch zahlreiche hochkarätige Chancen liegen. Dass es zur ersten Pause nur 2:1 stand, hatten die Gäste vor allem ihrem Torhüter zu verdanken, der sich in dieser Phase als bester Spieler der Frankfurter herauskristallisierte und die Teufel schier zur Verzweiflung brachte.
Unterzahltor als Knotenlöser
Eishockey-Fans kennen das ungeschriebene Gesetz: Wer seine Chancen nicht nutzt, wird meist bestraft. Doch heute bewiesen die Roten Teufel Nehmerqualitäten. Mitten in einer Druckphase der Gäste setzte Danil Voskresenskij in der 27. Minute ein dickes Ausrufezeichen: In Unterzahl erkämpfte er sich die Scheibe und markierte das psychologisch wichtige 3:1. Dieser Treffer wirkte wie ein Befreiungsschlag. Von nun an hatten die Hausherren das Match vollends im Griff. Marcel Rost erhöhte kurz darauf auf 4:1 (29.), ehe Sam Boege in der 36. Minute per Penaltyschuss cool blieb und auf 5:1 stellte. Kurz vor Schluss des Abschnitts gab es noch eine unschöne Szene, als Daniel Hasenkampf (Frankfurt) eine Matchstrafe nach einem Check gegen den Kopf von Danil Voskresenskij erhielt. Fairerweise muss man sagen, dass dies eher eine unglückliche Aktion als Absicht des Frankfurters war.
Führung nach Hause gebracht
Das Schlussdrittel war geprägt von der Dominanz der Teufel, die das Resultat souverän verteidigten. Nikolaj Stupa schraubte das Geschehen in der 53. Minute sogar noch auf 6:1 hoch, womit die Partie natürlich endgültig gelaufen war. Den Schlusspunkt setzten die Gäste mit dem 6:2 durch Aaron Kästle, was jedoch nur noch als Ergebniskosmetik diente. "Ein absolut verdienter Sieg mit einem aufgrund von Krankheiten und beruflich verhinderten Spielern dezimiertem Kader", sagte RT-Coach Martin Flemming nach der Partie. "Wenn wir unsere Chancen besser nutzen, geht das hier noch deutlich höher zu Ende, trotzdem bin ich mit den drei Punkten natürlich zufrieden", so Flemming.
Das nächste Spiel bestreiten die Kurstädter am Sonntag, den 8. Märze 2026 ab 17.45 - zu Gast sind im Colonel-Knight-Stadion dann erneut die Löwen, die mit nur einem Sieg aus acht Spielen das Tabellenende zieren.
Roten Teufel Bad Nauheim - Löwen Frankfurt 6:2 (2:1, 3:0, 1:1)
Tore:
1:0 Reuner (Flemming / Boege)
1:1 Muthig (Kaus / Kästle)
2:1 Steinschneider (Voskresenskij / Krau)
3:1 Voskresenskij (ohne Assist) SH1
4:1 Rost (Ketter / Rost)
5:1 Boege (Penaltyschuss)
6:1 Stupa (Boege / Reuner)
6:2 Kästle (Kaus / Möller)
Strafminuten: RTBN 8 / LFF 12 + 5+MS (Hasenkampf)